Früher galt die Faustregel, dass ein Menschenjahr etwa 7 Katzenjahren entspricht.
Dies lässt sich aber nicht so einfach übernehmen. Inzwischen gelten Katzen ab 12-13 Jahre als älter und über 15 Jahre als geriatrisch.
Wir bekommen immer wieder ältere Tiere in der Sprechstunde vorgestellt, welche gemäss Besitzer einfach alt geworden sind. Erst im Laufe der Untersuchung stellt sich heraus, dass die Tiere an verschiedenen Problemen leiden, welche bei früher Diagnose sehr gut zu therapieren oder zu unterstützen sind.
Das Altern selbst ist keine Krankheit, aber die Organe reduzieren ihre Leistungs- und Regenerationsfähigkeit, was die Tiere anfälliger werden lässt für verschiedene Erkrankungen (z.B. Niereninsuffizienz oder Schilddrüsenüberfunktion) oder Infektionen (Bsp. der Harnwege oder Maulhöhle). Zudem nimmt der Geruchs- und Geschmackssinn der älteren Katze ab und auch das Durstempfinden wird reduziert. Dies führt dazu, dass Futterumstellungen – auch wenn das neue Futter viel besser zu sein scheint – im Alter schwieriger - und die Flüssigkeitsaufnahme geringer wird.
Häufig werden Screeningprogramme für ältere Tiere angeboten, diese machen vor allem dann Sinn, wenn sie in Korrelation mit dem Gesundheitszustand des älteren Tieres gesetzt werden. Um ein genaueres Bild über den Gesundheitszustand und die Dauer der Symptome zu bekommen, sollten Sie auf folgende Verhaltensveränderungen achten:

Nimmt Ihre Katze ab, obwohl sie gut oder sogar übermässig viel frisst oder zeigt sie verminderten
Appetit bis hin zur Anorexie?
Fällt Ihnen auf, dass Sie Ihre Katze deutlich häufiger am Wassernapf, am laufenden Wasserhahn, an der Spritzkanne oder am Teich trinken sehen, oder die Urinklumpen im Katzenkistli immer grösser werden?
Glänzt das Fell weniger oder sieht es strubbeliger und schlecher gepflegt aus?
Liegt Ihre Katze deutlich mehr als früher, hat sie Probleme beim Aufstehen oder Schwierigkeiten
hochzuspringen?
Fällt Ihnen auf, dass plötzlich Kot oder Urin nicht mehr im Katzenkistli abgesetzt werden oder Ihr Tier mehr Durchfall hat und häufiger erbricht?
Zeigt Ihre Katze ungewöhnliche Lautäusserungen oder komische Verhaltensweisen?

Nach dem Erheben der Krankengeschichte und der klinischen Untersuchung werden die Befunde mit den Ergebnissen von Blut und Urinuntersuchungen in Zusammenhang gesetzt, um so zu einer Diagnose zu gelangen.
Die häufigsten Erkrankungen im Alter sind:
Viele der altersbedingten Erkrankungen können mit spezifischen Medikamenten und teilweise auch Futterumstellungen behandelt werden. Durch die frühzeitige Erkennung und Behandlung kann die Lebensdauer um einige Zeit verlängert und die Lebensqualität verbessert werden. Auch wenn das Altern ein unvermeidlicher und irreversibler Prozess bleibt.