Woran merke ich, dass mein Hund alt wird? Kann ich den Prozess verlangsamen? Worauf muss ich Rücksicht nehmen?
Auf diese Fragen versuchen wir Ihnen einige Antworten zu geben.
Welpenratgeber gibt es viele, aber ein anderes Thema ist bei den meisten Hundehaltern weniger präsent: Das Älterwerden des Hundes!

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Allerdings ist bekannt, dass grosse und schwere Hunderassen deutlich schneller altern, als Vertreter kleiner Rassen. So gilt eine 6 jährige Dogge bereist als Senior, während einem 10 jährigen Terrier noch nichts anzumerken ist. Das Seniorenalter lässt sich nicht am alleinigen Lebensalter fest machen.
Ab einem gewissen Alter stellen sich Prozesse im Körper um. Stoffwechsel und Verdauung werden langsamer und können zu Übergewicht und Diabetes führen. Auch Herzerkrankungen werden im Alter häufiger festgestellt. Die Gelenke sind stärker beansprucht und anfälliger für arthrotische Erkrankungen. Die Sinnesorgane lassen bei alten Hunden nach, daher sehen und hören sie häufig schlechter. Das Riechorgan ist meist weniger betroffen. Alle diese Veränderungen erfolgen langsam und schleichend.
Ein alter Hund hat an seine Nahrung andere Anforderungen als ein junger und somit sollte die Zusammensetzung seiner Nahrung anpasst werden. Es ist bekannt, dass der Energiebedarf im Alter um circa 20% sinkt, aber der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und hochwertigen Proteinen gleich bleibt. Gerne beraten wir Sie ausführlich zu diesem Thema bei uns in der Praxis.
Der regelmässige Tierarztbesuch im Alter erscheint uns wichtig, da wegen des unvermeidbaren Alterungsprozesses vermehrt Krankheiten der Organe oder der hormonellen Systeme auftreten. Beim jährlichen Impftermin wird ihr Hund gründlich untersucht und gegebenenfalls eine Blut- und Urinuntersuchung durchgeführt. Potentielle Krankheiten werden dann mit weiterführenden Untersuchungen wie Röntgen oder Ultraschall abgeklärt. So können Krankheiten der inneren Organe, schlechte Zähne und auch Tumore frühzeitig erkannt und eine adäquate Behandlung eingeleitet werden. Ähnlich wie beim Menschen lassen im Alter die kognitiven Fähigkeiten der Hunde bis hin zur Demenz nach. Auch hierfür stehen geeignete Medikamente zur Verlangsamung des Problems zur Verfügung. Viele Alterserscheinungen sind aber auch nur Schönheitsfehler, welche den Besitzer verunsichern, weiter aber nicht schlimm sind. Dazu gehören zum Beispiel Alterswarzen oder Verhornungen an den Liegeflächen.
Nein: regelmässige Bewegung ist wichtig!
Für alte Hunde sind Spaziergänge immer noch wichtig. Allerdings macht es Sinn die Runden zu verkürzen, falls die Kondition nachlässt. Bewegung ist unverzichtbar, aber mit dem Alter wird Ihr Hund weniger belastbar. Um alte Hunde im Kopf fit zu halten, eignen sich Such- und Geschicklichkeitsspiele. Die haben niedrige körperliche Anforderungen und lasten Ihre Fellnase gut aus. Viele davon kann man im eignen Wohnzimmer durchführen.
Ihr Hund bleibt der Alte!
Im sprichwörtlichen Sinn bleibt Ihr Hund der Alte. Die Routine, die er kennt sollten Sie beibehalten. Dies gibt ihm Sicherheit und hilft ihm, besser mit den Veränderungen zurecht zu kommen. Lassen Sie es ihm nicht langweilig werden. Unternehmen Sie weiterhin alles, was Sie zuvor getan haben, aber orientieren sie sich an der Belastbarkeit Ihres vierbeinigen Freundes.
Gerne stehen wir Ihnen für Fragen rund um das Altern des Hundes zur Verfügung und helfen Ihnen bei auftretenden Sorgen und Problemen.